Warum Puzzle in jedes Kinderzimmer gehören

In letzter Zeit merken auch wir, dass das Interesse an Puzzlen zurückgeht. Es wird nach “aktionsreicherem” Spielzeug gesucht und das Puzzle wird als altmodisch und staubig beschrieben. Warum dies eine Fehlannahme ist, möchten wir euch mit diesem Blogeintrag näher bringen.

Puzzle gibt es in vielen Variationen: die Anzahl der Puzzleteile variiert als auch die Größe. Es gibt eine Vielzahl an Motiven, von Comic-Illustrationen bis hin zu Drucken großer Meisterwerke der Kunst. Es gibt sie in eckig, rund, dreidimensional oder mit diversen Konturen. Genauso vielfältig wie die Arten von Puzzlen sind aber auch die Fähigkeiten, die sie fördern.

  1. Geduld: Ein Puzzle stellt immer eine Herausforderung dar, die es zu meistern gilt. Dafür benötigt man in erster Linie Geduld. Geduld ist die Fähigkeit, auf ein selbst initiiertes Ziel zu warten. Kleine Rückschläge (das falsche Zusammenstecken von Teilen) müssen verarbeitet werden und führen nicht zum sofortigen Aufgeben. Zudem nimmt ein Puzzle auch immer eine gewisse Zeit in Anspruch. Geduld kann man üben - Puzzle sind dafür das perfekte Werkzeug. Wusstet ihr, dass Geduld auch mit Sanftmut, Besonnenheit und Standhaftigkeit in Verbindung steht? Wer ein Kind zuhause hat, was sich erst noch in Geduld und Ruhe üben muss, dem empfehlen wir Bodenpuzzle. Da kommt auch beim Puzzeln viel Bewegung auf und die Zeit vergeht wesentlich schneller als am Tisch.

  2. Augen-Hand-Koordination: Die visuell-räumliche Wahrnehmung, die wir benötigen, um beispielsweise ein Feld voller Puzzleteile zu erfassen, erfolgt allein über die Augen. Die Augen-Hand-Koordination beschreibt den Vorgang, der erfolgt, wenn wir Hände und Augen gleichzeitig benutzen – also ein Puzzleteil an ein anderes legen. Die Augen-Hand-Koordination gehört zum Bereich der Feinmotorik und bereitet damit den Weg für eine Vielzahl an Fähigkeiten, die insbesondere für Kinder so wichtig sind: vom Halten des Stiftes über das Malen, das Schreiben, das Basteln, bis hin zum Musizieren auf Instrumenten und den Sport.

  3. Problemlösungskompetenz: Die Problemlösungskompetenz umfasst fünf Schritte und wird beim Puzzeln geübt wie kaum sonst irgendwo.
    Identifizieren: Das Problem wird erkannt (ein nicht zusammengehörendes Bild, eine Vielzahl an Puzzleteilen)
    Analyse: Weshalb ist das so? (die Puzzleteile sind nicht ineinander gesteckt)
    Kreativität: Eine Vorstellung des fertigen Puzzles entsteht im Kopf
    Umsetzung: Die Puzzleteile werden passend zusammengesteckt. Durch verschiedene Herangehensweisen lernen wir hier unterschiedliche Strategien kennen.
    Kontrolle: Das fertige Bild wird auf Richtigkeit kontrolliert
    Ist euch was aufgefallen? Genau – diese Kompetenz lässt sich auf so ziemlich alle Bereiche des Lebens übertragen. Bevor eure Kinder also erfolgreiche Erwachsene werden, müssen sie puzzlen!

Und so ganz nebenbei macht Puzzlen auch noch richtig glücklich! Denn die Fertigstellung des Puzzles löst im Gehirn Dopamin aus – ein Hormon, das die Laune steigert. Gute Laune sorgt übrigens für bessere Konzentrationsfähigkeit und das wiederum für Geduld. Beim Puzzlen gibt es also einen großen Kreis an geförderten Fähig- und Fertigkeiten, die dein Kind zum gesunden Großwerden benötigt.

Übrigens: Für uns Erwachsene wirkt ein erfolgreich fertig gestelltes Puzzle so erholsam wie 20 Minuten Schlaf. Also, Kaffee weg und ran an die Puzzle!